Montag, 20. November 2017

Abblenden, abbremsen, hupen - Tipps zum richtigen Verhalten bei Wildwechsel

Hamburg (djv) - Im Herbst, wenn die Tage kürzer werden, häufen sich wieder Wildunfälle. Aber nur die wenigsten Auto- und Motorradfahrer wissen, wie sie sich nach einem solchen Unfall verhalten sollen. Wir sagen Ihnen, was zu beachten ist.

Wildunfälle machen etwa fünf Prozent aller Straßenverkehrsunfälle aus. Jedes Jahr meldet das Statistische Bundesamt mehr als 200.000 Wildunfälle, bei denen rund 2500 Menschen zu Schaden kommen. 10 bis 20 verunglücken dabei tödlich. Nach Angaben des Deutschen Jagdschutzverbandes (DJV) kommt jedes Jahr mehr als eine Million Wildtiere bei Unfällen ums Leben. Die meisten Kollisionen gibt es mit Rehwild. Unfälle mit Wildschweinen nehmen laut DJV jedoch weiter stark zu.

Kollisionen passieren dabei nicht nur mit Pkw und Lkw, auch Motorradfahrer sind betroffen. Naturgemäß sind sie schlechter geschützt als Autofahrer. Umso wichtiger ist es, defensiv und vorausschauend zu fahren. Grundsätzlich gelten für Motorradfahrer die gleichen Verhaltensregeln wie für Pkw-Fahrer.

Erhöhte Wachsamkeit

Besonders häufig quert Wild in Waldabschnitten und an Feldrändern die Straßen. Hier sollten Sie zwischen 17 Uhr abends und 8 Uhr morgens vorsichtig unterwegs sein, denn in dieser Zeit sind die Tiere auf Nahrungssuche. Wichtig: Fuß vom Gas und immer bremsbereit sein!

Wildtiere können die Geschwindigkeit von Autos nicht einschätzen und warten nicht am Fahrbahnrand, bis Sie vorbeigefahren sind. Auch, wenn das Tier Sie sieht, kann es trotzdem unmittelbar vor Ihrem Auto auf die Straße springen.

Bei einem Zusammenstoß

Wenn Sie ein Tier am Straßenrand sehen, müssen Sie deutlich langsamer werden oder sogar ganz abbremsen. Schalten Sie das Fernlicht aus, um das Tier nicht zu blenden – dadurch bleibt es nämlich stehen. Hupen Sie zusätzlich, das verscheucht das Wild in den meisten Fällen ganz. Achtung: Wildtiere sind meist nicht allein unterwegs. Einem Tier können weitere folgen.

Wenn Sie das Tier zu spät sehen, ist ein Zusammenstoß oft nicht zu vermeiden. Bremsen Sie dann möglichst stark ab und weichen Sie niemals unkontrolliert aus!

Halten Sie das Lenkrad gut fest.

Schalten Sie nach einem Zusammenstoß die Warnblinkanlage ein und sichern Sie die Unfallställe ab. Ganz wichtig: Bewahren Sie Ruhe!

Informieren Sie die Polizei unter der Rufnummer 110 und geben Sie Ihre Koordinaten durch. Auf dem Smartphone oder Navigationsgerät können Sie die genauen Koordinaten ablesen. In vielen Bundesländern muss bei einem Wildunfall zusätzlich noch ein Jäger informiert werden.

Lassen Sie das angefahrene Tier liegen und fassen Sie es nicht an. Wildschweine beispielsweise können sehr aggressiv werden, wenn sie verletzt sind.

Warten Sie am Unfallort, bis Polizei oder Jäger da sind.

(26.11.2017)

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